Marc Appis
Nach meinem Studium in Biochemie an der FU Berlin und Forschungspraktika, u.a. in der Krebsforschung und medizinischen Chemie, habe ich für meine Masterarbeit am Institut Pasteur de Lille in Frankreich an neuartigen Antibiotika geforscht.
Seit Sommer 2024 bin ich Doktorand in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dr. Leif Ludwig im gemeinsamen Forschungsbereich "Einzelzellansätze für die personalisierte Medizin" von Charité, BIH und MDC. Neben meiner Forschung begeistere ich mich auch sehr für Wissenschaftskommunikation, etwa im Rahmen von Science Slams, der Betreuung von Schülerpraktika oder Events wie der Langen Nacht der Wissenschaften.
Themengebiet
Mein Forschungsprojekt ist an der Schnittstelle von Immunologie, Stoffwechsel/Mitochondrienbiologie und Genetik angesiedelt. Konkret nutze ich moderne Verfahren der Genomik wie die Sequenzierung von DNA und RNA auf der Ebene einzelner Zellen mit dem Ziel, den Effekt von krankheitsauslösenden Mutationen auf den Stoffwechsel von Immunzellen zu untersuchen.
Vortragsthemen
Mit Genetik, Immunologie und Informatik zur Präzisionsmedizin der Zukunft
Nicht nur jeder Mensch, sondern auch jede Zelle hat individuelle Merkmale, die sie von den anderen unterscheidet. Dazu zählen zum Beispiel DNA-Mutationen, von denen einige Krankheiten auslösen können.
Moderne Verfahren der Biochemie und Genetik erlauben seit wenigen Jahren erstmals, den Effekt von Mutationen auf alle Bereiche der Genregulation – von der DNA im Zellkern über RNA und Proteine bis zur mikroskopischen Anatomie – in einzelnen Zellen zu untersuchen, und das bei mehreren Tausend Zellen gleichzeitig.
In meinem Vortrag schlage ich dabei die Brücke von den Grundlagen der molekularen Genetik zu topaktuellen Themen der Medizinforschung wie Gentherapien und Systembiologie. Zudem zeige ich, wie verschiedene Disziplinen (u.a. Mediziner*innen, Biochemiker*innen, Informatiker*innen und Physiker*innen) zusammenarbeiten müssen, um die komplexen Zusammenhänge zu verstehen,
Mitochondrienerkrankungen: Wenn das Kraftwerk der Zelle kaputt geht
Mitochoindrien werden oft als „Kraftwerk der Zelle“ bezeichnet, da dort elementare Stoffwechselwege (fast) jeder Zelle stattfinden.
Allerdings sind diese Organellen deutlich vielfältiger und sind auch an anderen Prozessen von der Zellteilung bis zur Immunantwort beteiligt. Zudem besitzen sie ihr eigenes Erbgut, bei dem es allerdings – wie bei der DNA im Zellkern – zu krankheitsauslösenden Mutationen kommen kann.
Dieser Vortrag behandelt grundlegende Aspekte der Biologie von Mitochondrien und des Zellstoffwechsels, und führt, basierend auf diesen Grundlagen, in Erkrankungen aufgrund von Mutationen im Mitochondriengenom ein. Außerdem gebe ich einen Einblick in moderne Forschungsmethoden und aktuelle Forschungsthemen.